Essen – Kultur, Pädagogik, Partizipation

„Essen im Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft zu sehen, Soziale Arbeit im Spannungsfeld von Versorgungsbewältigung und Gestaltungsaufgabe zu zeigen …“ (Meyer, 239)

In diesem Seminar soll es nicht um Ernährung, schon gleich gar nicht um „gesunde Ernährung“ gehen. Und dieses Seminar schaut auch nicht nur (aber auch) in Kita und päd. Einrichtungen, sondern (am Beispiel) Essen auf „Kultur“, die die Referenz für Erziehung darstellt, in päd. Einrichtungen also repräsentiert werden soll (Mollenhauer). Wie isst Kultur, wie Essen Kulturen, kann also zunächst eine Frage sein. Bitte beachten Sie, dass hier nicht „was“, sondern „wie“ formuliert ist. Es geht nicht um ein klischeebeförderndes Feststellen, das die einen „Stäbchen“, die anderen „Lachs“ (vgl. Fettes Brot) essen.
Zum Essen in der Kultur kann „man“ zu Historie und Gegenwart lesen, aber auch schauen an Essensorten zwischen elegantem Restaurant und Fastfoodkette. Was also könnte „Lehrgegenstand“ „Essen“ in der Kita sein, wenn Essen zum Thema – nicht zur Nahrungsaufnahme – in der Kita wird?

Dann aber dich die Frage: Wie wird Essen im Kitaalltag Thema. Zumindest und zumeist wohl als Nahrungsaufnahme: Was gibt es zu „Essen in der Einrichtung“ zu berichten – aus Konzeptionen und anhand von Beobachtungen? Was gibt es? Wie sieht das eigentlich aus? Wie schmeckt es? Wie riecht es? Wer kocht es? Wie erscheint es den Kindern und Erwachsenen? Wie wird die Essenssituation gerahmt? Genusssituation, Sättigungssituation, Erziehungssituation, Begegnungssituation, Disziplinierungssituation, als Selbst-, Fremd-, Mitbestimmungssituation?

Kommt „Essen“ über die Nahrungsaufnahme hinaus vor? Als „gesunde Ernährung“, als etwas, das man selbst machen kann“, als etwas Lust- und Genussvolles oder auch als etwas Kontrolliertes, Schwieriges?

Und in einem dritten Arbeitsschritt soll in den Blick kommen, welche Potenziale in der Literatur, in Konzeptionen wie z.B. Reggio oder dem Orientierungsplan in der Essenssituation gesehen werden.

Lässt sich aus allen 3 Arbeitsblicken etwas wie eine „eigene Idee“ zur Gestaltung von Essenssituationen, mehr noch zum „Umgang mit Essen“ in der Kita/Hort entwickeln? Und auf jeden Fall sollten wir mal zusammen Essen. Vielleicht am letzten Termin vor Weihnachten?