Das spirituelle Interesse an der Mystik ist ungebrochen. Gegenüber einer angeblich rationalen oder „verkopften“ Theologie scheint in ihr ein Moment authentischer Erfahrung sichtbar zu werden. Angesichts der Vielfalt von mystischen Phänomenen und Ausdrucksformen in der Geschichte des Christentums (und darüber hinaus) ist es allerdings nicht ganz einfach, zu bestimmen, was Mystik eigentlich genau bedeutet.
Dieses Seminar wird anhand ausgewählter Konstellationen der Kirchengeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart ein genaueres Verständnis des Phänomens „Mystik“ im Kontext christlicher Traditionen an repräsentativen Texten von Mystikerinnen und Mystikern erarbeiten. Christliche und andere religiöse Formen von Mystik  werden in Ansätzen verglichen sowie nach der Relevanz religiöser Erfahrung gefragt.

Literaturhinweise:

Angenendt, Arnold: Grundformen der Frömmigkeit im Mittelalter. München: C.H. Beck 2004
Mariano Delgado / Gotthard Fuchs: Die Kirchenkritik der Mystiker, Stuttgart 2004
Berndt Hamm / Volker Leppin: Gottes Nähe unmittelbar erfahren. Mystik im Mittelalter und bei Martin Luther, Tübingen 2007
Leppin, Volker: Ruhen in Gott. Eine Geschichte der christlichen Mystik, München 2021
Bernard McGinn: Die Mystik im Abendland, Bd. 1-4, Freiburg 1994-1999
Kurt Ruh: Geschichte der Abendländischen Mystik, Bd. 1-5, München 1990-1999
Peter Zimmerling: Evangelische Mystik, Göttingen 2015