
Grundschulkinder darin zu unterstützen, in der Auseinandersetzung mit konkreten Fragen und Problemen Begriffe zu klären, weiter auszudifferenzieren (etwa von anderen Begriffen abzugrenzen), gedanklich zu durchdringen und zu begreifen ist ein wesentlicher Bildungsauftrag. Für den Sachunterricht wird im Bildungsplan 2016 von Baden-Württemberg die Sprache als ein „Werkzeug der methodischen Welterschließung sowie der begrifflichen Ordnung und Modellierung von Sacherfahrungen“ angeführt: „Sie ist Medium des Denkens und der Kommunikation. Der Aufbau einer interessierten Fragehaltung, die kritische Auseinandersetzung mit Handlungsmöglichkeiten sowie wertende Einschätzungen sind ohne Sprachkompetenz nicht möglich. In diesem Sinne fordert und fördert der Sachunterricht Fragen und subjektive Theorien der Kinder und hilft ihnen, ihr Verständnis der Welt vor anderen, mit anderen oder gegenüber anderen auszudrücken“ (S. 3). Im Seminar sollen Voraussetzungen und Möglichkeiten für die Unterstützung von Begriffsbildungsprozessen erörtert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei ausgewählte gesellschaftsrelevante Begriffe, wie sie auch im Bildungsplan oder Perspektivrahmen Sachunterricht genannt werden. Zu diesen ausgewählten Begriffen gilt es eigenständig literaturgestützt und beispielsbezogen begriffliche Klärungen vorzunehmen. Durch die Entwicklung einer eigenen Geschichtensequenz für Grundschüler*innen soll dann exemplarisch deren Potenzial zur Förderung von philosophisch orientierten Begriffsbildungsprozessen eingeschätzt werden.
- Dozent*in: Tim Billion-Kramer
- Dozent*in: Anja Vocilka